Trierer Blutsegen

10. Jahrhundert nach Christus

Hs 40/1018 8° f 19v
Der 'Trierer Blutsegen' ('Ad catarrum dic')

Der 'Trierer Blutsegen' ist ein gereimter althochdeutscher Segensspruch gegen Blutfluss. Er ist uns zusammen mit dem 'Trierer Pferdesegen' in der aus dem 10. Jahrhundert stammenden Handschrift 40/1018 8° der Trierer Stadtibliothek überliefert, die womöglich im Umfeld des Trierer Doms entstanden ist. Aufbewahrt wurde sie jedoch lange Zeit im Zisterzienserkloster Himmerod in der Eifel.

Den Hauptinhalt der Handschrift bilden ein lateinisches Bibelglossar, Erklärungen von hebräischen Namen sowie griechischer Wörter und ein Glossar lateinischer Namen.

Der Blutsegen ist Bestandteil einer lateinischen Rezeptsammlung mit heilkundlichen Rezepturen zur Kräuter- und Spruchmedizin und befindet sich am unteren Rand von f. 19v. Aus paläographischer Sicht wird angenommen, dass er dort während des 10. bzw. 11. Jahrhunderts eingetragen wurde. Sprachlich gesehen beruht der 'Trierer Blutsegen' auf einer altsächsischen Vorlage aus dem 9./10. Jahrhundert, was anhand bestimmter lautlicher Merkmale erkennbar ist.

Der Spruch kann inhaltlich zweigeteilt werden: im ersten Teil wird berichtet, dass Christus verwundet und anschließend geheilt wurde. Im zweiten Teil wird auf das zu stillende Blut Bezug genommen, das genau wie bei Christus zum Stillstehen kommen soll. Abschließend erfolgt die Anweisung zu einem dreimaligen Amen und Vaterunser. Diese christliche Analogieerzählung verbindet den 'Trierer Blutsegen' mit dem '2. Bamberger Blutsegen'.