Trierer Capitulare

10. Jahrhundert nach Christus
Trierer Capitulare vorlesen lassen



'Trierer Capitulare' Druck S. 35 und 36
Übersetzung

Dass ein jeder freie Mann die Möglichkeit habe, wohin auch immer er will, seinen Besitz zu schenken.
Jeder, der um sein Seelenheil willen seinen Besitz entweder einer machtvollen anderen Stätte, seinem Verwandten, oder irgendeinem anderen verschenken will, und sich zu dieser Zeit innerhalb derselben Grafschaft aufhält, in der sich der Besitz befindet, kann eine rechtmäßige Übertragung vornehmen.
Wenn er aber zu dieser Zeit, zu der er diesen verschenken will, außerhalb der Grafschaft ist, also entweder im Heer, am Hof oder an einem anderen Ort, nehme er sich entweder einen von seinen Landsleuten oder von anderen, die nach demselben Gesetz leben, nach dem er selbst lebt, als rechtmäßige Zeugen.
Aber wenn er die nicht haben kann, dann sollen aus Anderen angesehene Persönlichkeiten gefunden werden. Und vor ihnen soll er die Übertragung des Besitzes tätigen.
Und Bürgen von der Einsetzung gebe ihm, der die Übertragung bekommt und die Einsetzung getätigt hat.
Nachdem die Übertragung so vollzogen worden ist, kann keiner seiner Erben eine Rückforderung des genannten Besitzes verlangen.
Darüber hinaus soll er sich selbst Bürgschaft für die Einsetzung geben, damit den Erben nie ein Grund bleibe, die Übertragung abzuwenden, sondern vielmehr ein Grund bestehe, sie durchzuführen.
Und auch dann, wenn er seinen Besitz nicht mit dem Miterben geteilt hat, sei ihm das kein Hindernis, sondern sein Miterbe werde, wenn er nicht freiwillig will, entweder durch einen Grafen oder durch dessen Boten gezwungen, die Teilung mit dem durchzuführen, dem der Verstorbene sein Erbe überlassen wollte.
Und wenn er darum gebeten hat, dasselbe an irgendeine Kirche zu übergeben, soll sein Erbe einen Vertrag mit dieser Kirche über das zuvor genannte Erbe schließen, das er mit seinen anderen Miterben geschlossen haben sollte.
Und das soll beibehalten werden gegenüber dem Vater und dem Sohn und den Nachkommen bis zu den rechtlich festgelegten Jahren. Danach geht der Besitz zur uneingeschränkten Verfügung an dieselbe Kirche.