Trierer Pferdesegen

10. Jahrhundert nach Christus

Hs 40/1018 8° f 36v-37r


Hs 40/1018 8° f 37v
Der 'Trierer Pferdesegen'

Beim 'Trierer Pferdesegen' (Übersetzung und Transkription) handelt es sich um einen Segens- bzw. Zauberspruch, der zu Beginn des 11. Jahrhunderts am unteren Rand einer mittelalterlichen Handschrift niedergeschrieben wurde. Diese Handschrift befand sich zeitweise im Kloster Himmerod bei Wittlich. Der Text kann jedoch nicht dort entstanden sein, da das Zisterzienserkloster erst 1138 durch Erzbischof Albero eingeweiht wurde. Vermutlich gelangte die Handschrift 1803 durch eine Mittelsperson in die Stadtbibliothek Trier. Dort wird sie gemeinsam mit dem 'Trierer Blutsegen' unter der Signatur 40/1018 8° heute aufbewahrt und ist verteilt auf über drei Seiten. Inhaltlich gliedert sich der Text in einen Analogievorgang und eine daran anschließende Beschwörungsformel. Er handelt von der Begegnung zwischen Stephan und Christus, wobei der Erstgenannte ein lahmendes Pferd mit sich führt, welches anschließend von Jesus geheilt wird. Einige sprachliche Besonderheiten lassen vermuten, dass der Schreiber den 'Trierer Pferdesegen' von einer altsächsischen Vorlage abschrieb. Darüber hinaus kann aufgrund inhaltlicher und struktureller Parallelen eine verwandtschaftliche Beziehung zum '2. Merseburger Zauberspruch' hergestellt werden.