Trierer Pferdesegen

10. Jahrhundert nach Christus

Hs 40/1018 8° f 36v-37r


Hs 40/1018 8° f 37v
Die volkssprachlichen Eintragungen der Trierer Handschrift 40/1018 8°

Die volkssprachlichen Eintragungen der Trierer Handschrift 40/1018 8° weisen eine ausgeprägte Sprachmischung auf. Der 'Trierer Blutsegen' und der 'Trierer Pferdesegen' gehen dabei auf eine altsächsische Vorlage zurück.

Beim 'Trierer Blutsegen' ist diese Vorlage zum Beispiel an den altsächsischen Wörtern gi und ok zu erkennen. Offensichtlich hat der Schreiber des 'Trierer Blutsegens' diesen ohne Anpassung an seinen Dialekt aus einer altsächsischen Vorlage kopiert. Daher sind im 'Trierer Blutsegen' keine hochdeutschen Züge erkennbar.

Im Gegensatz dazu wurde im 'Trierer Pferdesegen' die altsächsische Grundlage mehr ins Hochdeutsche umgesetzt. In der Forschung herrscht Uneinigkeit bezüglich des Dialekts des 'Trierer Pferdesegens'. Wie Rolf Bergmann feststellte, kann der Dialektraum wohl dem Mittelfränkischen zugeordnet werden. Allerdings weist Wilhelm Braune zurecht auf die dreimalig in der Handschrift vorkommende Form thaz des Rheinfränkischen hin. Die aus dem Altsächsischen stammenden Formen sind zum Beispiel gibuozian aus giboutian/gibōtian und das Präfix ant in antphangana. Zudem weist die Bewahrung des auslautenden h vor w, r und n auf das Altsächsische hin.

Neben dem 'Trierer Blutsegen' und dem 'Trierer Pferdesegen' weisen auch die anderen in der Trierer Handschrift enthaltenen altsächsischen Stücke hochdeutsche Züge auf. Wie im 'Trierer Blutsegen' sind auch in den alphabetischen Randglossaren kaum oder gar keine hochdeutschen Züge erkennbar. Demgegenüber aber wurde das Kräuterglossar vollständig verhochdeutscht. Die Pflanzennamenglossare weisen im Gegensatz dazu, ebenso wie der 'Trierer Pferdesegen', eine ausgeprägte altsächsisch-althochdeutsche Sprachmischung auf.

Diese Unterschiede innerhalb der Handschrift gehen auf die Tatsache zurück, dass die einzelnen Stücke von verschiedenen Schreibern verfasst wurden.