Lex Salica-Fragment

9. Jahrhundert nach Christus

Fragment Lex Salica Mappe X Nr. 1


Fragment Lex Salica Mappe X Nr. 1 Rückseite
'Lex Salica'-Fragment

Zu den ältesten althochdeutschen Texten der Trierer Stadtbibliothek gehört das Fragment der althochdeutschen 'Lex Salica'. Es gilt als sicher, dass der Text im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts in einer Mainzer Schreibschule verfasst worden ist. Strittig ist jedoch, ob es eine althochdeutsche Übersetzung gab, die als Vorlage gedient hat und vielleicht in Fulda verfasst worden ist. Aus ungeklärten Gründen gelangte die 'Lex Salica' dann ins Kloster St. Maximin und im Zuge der Säkularisierung schließlich in die Trierer Stadtbibliothek. Dort wurde das Fragment 1850 in einem Einbanddeckel einer Inkunabel entdeckt; weitere Teile sind bisher nicht gefunden worden.
Die 'Lex Salica', übersetzt etwa 'Gesetz der Salier/salischen Franken', stellt wie das 'Trierer Capitulare' einen mittelalterlichen Rechtstext dar. Das vorliegende Fragment beinhaltet ein Inhaltsverzeichnis sowie ein Kapitel, das Strafen für verschiedene Vergehen, wie zum Beispiel Schweinediebstahl oder das Nichterscheinen bei Vorladung anderer, beschreibt. Diese Strafen sind häufig Geldbußen. Die Grundlage der althochdeutschen Übersetzung ist die lateinische 'Lex Salica'.