Lex Salica-Fragment

9. Jahrhundert nach Christus

Fragment Lex Salica Mappe X Nr. 1


Fragment Lex Salica Mappe X Nr. 1 Rückseite
Situation des Rechtswesens der Germanen zu Beginn des Frühmittelalters (ca. 500 n.Chr.)

Das beginnende sechste Jahrhundert n. Chr. ist in Mittel- und Westeuropa immer noch stark durch die sich aus den Völkerwanderungen ergebenden Veränderungen geprägt.

Die Franken, zunächst nur der Zusammenschluss einiger kleinerer westgermanischer Stämme entlang der römischen Grenze (ca. 200 n. Chr.), dehnen sich langsam aber stetig vom Rhein in südwestlicher Richtung aus. Heimatlose, vertriebene germanische Volksstämme sowie eroberte Stämme, werden schrittweise in das weiter wachsende Frankenreich integriert.
An der bestehenden Rechtsordnung aus jeweils germanischem Stammesrecht und/oder römischem Recht der eroberten und integrierten Stämme ändert sich zunächst nicht viel. Die unter der Oberhoheit der fränkischen Könige vereinigten Stämme behalten ihre angestammte Rechtsordnung.

Diese Volksrechte ('Leges Barbarorum') werden teilweise verschriftlicht und erweitert, enthalten jeweils die umfassenden Gesetze der einzelnen Volksstämme. Bei der 'Lex Salica' handelt es sich entsprechend um die Aufzeichnung eines Volksrechtes aus dieser Zeit, dem Recht der Salfranken.

Der jeweilige Inhalt stellt größtenteils die überlieferte Praxis der Gerichte dar, an deren Tagung alle Männer des Gerichtsbezirks teilnahmen.